Wie gehe ich mit der Angst vor dem Jobverlust um?

Jeden Tag gibt es neue Meldungen über tatsächlichen oder drohenden Stellenabbau. Der Glaube an den sicheren Job ist geplatzt und nun siehst du dich mit einem Gefühlschaos aus Angst, Kontrollverlust, Machtlosigkeit, Trauer, Wut, Scham und Schuldgefühlen konfrontiert. Wenn du betroffen bist, dann ist das eine extrem belastende Situation, die starken Stress in dir auslösen, dir den Schlaf oder Appetit rauben und hinderliche Bewältigungsmechanismen (Kopf in den Sand stecken, Hyperunabhängigkeit, emotionales Essen etc.) mit sich bringen kann.

Das wichtigste zuerst: Du bist nicht allein. Ich kann dir mit einem Blogartikel nicht die Welt anders zaubern, aber ich gebe dir heute ein paar Akut-Tipps mit, damit du von dem hohen Stresslevel runterkommen kannst. Und scheue dich nicht davor, dir für diese belastende Phase oder den Umbruch im Arbeitsleben professionelle Unterstützung zu holen.

5 SOS-Tipps gegen den Stress durch den möglichen Jobverlust:

  1. Raus aus dem Gedankenkarussell und schaffe Fakten. Traue dich, dich bewusst mit deiner aktuellen beruflichen Situation und einem möglichen Jobverlust auseinander zu setzen. Angst ist oft etwas diffuses, das wir gerne weghaben wollen. Ängste wegzudrücken oder zu rationalisieren ist aber super anstrengend, ebenso wie ein daraus resultierendes Gedankenkarussell. Vor allem bringt es keine Klarheit. Was hingehen Klarheit, Entlastung und ein Plus an Kontrolle geben, ist das aktive beschäftigen mit deinen Sorgen, Ängsten und Bedenken: Notiere dazu alle deine Sorgen und Ängste auf einem Papier (ja, am besten per Hand). Nun schaust du dir jeden einzelnen Punkt an und ordnest ein, ob das eine illusorische Angst ist (“Ich werde ALLES verlieren”) oder ein Fakt (“Meine Firma baut 1000 Stellen ab und meine könnte davon betroffen sein.”). Skaliere die Ängste auf einer Skala von 1 bis 10 für dein Plus an Klarheit.

  2. Handeln statt Hoffen: Auf die Wirtschaftskrise und deren Folgen für den Arbeitsmarkt sowie die Entscheidungen des Managements hast du keinen Einfluss. Konzentriere dich daher auf das, auf das du aktuell Einfluss hast: Checke deine finanzielle Lage und passe Ausgaben ggf. an, überarbeite deinen Lebenslauf und mache dir dabei deine Erfahrung, deine Kompetenz und deine Stärken wieder einmal bewusst, verschicke Bewerbungen, um deinen Marktwert zu testen, recherchiere Fortbildungsmöglichkeit, erinnere dich an deine Träume als du jünger warst: Ist jetzt die Chance, diese anzugehen? Pflege dein Netzwerk. Welche mögliche Handlung fällt dir spontan ein, um dich aus dem Gefühl der Machtlosigkeit herauszuholen. Statt nur zu hoffen, dass alles gut werden wird: Erinnere dich daran, wie du frühere Umbrüche gemeistert hast - das erhöht dein Selbstvertrauen und dein Gefühl von Selbstwirksamkeit.

  3. Mach einen Selbstwert-Check: Wenn du deinen Selbstwert (unbewusst) an beruflichen Erfolg, Karriere, Status oder Leistung geknüpft hast, bringt die aktuelle berufliche Situation deinen Selbstwert ins Schwanken. Tipp: Trenne deinen Selbstwert davon und nähre ihn durch andere Säulen: Bist du eine wundervolle Mutter, ein toller Vater? Schätzen deine Freunde deinen Humor? Kann man mit Sorgen und Problemen zu dir kommen? Bist du ein klasse Tennisspieler oder eine begabte Hobby-Theaterschauspielerin? Nutze diese Krise, um dich (wieder) zu entdecken. Du bleibst wertvoll, mit oder ohne Job. Mit oder ohne Angst.

  4. Gönn dir! Ja, wir sind alle Erwachsenen und sollen und können uns kontrollieren. Aber wir dürfen uns unsere Emotionen auch mal gönnen: Nöle, wenn dir danach ist! Lass die Tränen raus! Schrei den Jobfrust laut in den Wald? Schüttel dich vor Angst um deinen Job wie ein Hund! Geh Paintball-Spielen um den Frust abzuladen!

  5. Spiele das Worst Case Szenario durch: Sprich laut aus, was dir und deiner Familie jetzt im schlimmsten Fall passieren kann. Und frage dich, wie du damit umgehen würdest, wenn das eintreffen würde. Durch das Heranlassen des Worst Case an dich, nimmst der Angst den Schrecken und du kannst auf diese Weise prüfen, ob du aktuell noch wichtige Schritte machen solltest. Auch das bringt dich in eine aktive Rolle. Denn das Gefühl von Machtlosigkeit macht vielen Menschen schwer zu schaffen: Bleib der Gestalter deines Lebens!

Viel zu oft denken wir, dass wir die einzigen sind, die so fühlen oder uns so anstellen: Warum sitzen dann so viele Menschen mit ähnlichen Sorgen und Ängsten in meiner Coaching-Praxis? Du bist nur so lange allein, so lange du mit niemanden darüber sprichst: Das hält dich in einer illusorischen Isolation. Sprich mit Freunden und deiner Familie über das, was dich beschäftigt oder melde dich bei mir: Ich begleite dich als Coach durch diese Umbruchsphase. Schreibe mir eine Nachricht und wir vereinbaren einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch.

Sowohl die akute Bewältigung eines Arbeitsplatzverlustes als auch die lähmende Sorge davor sind extrem belastende Situationen, die akuten oder chronischen psychischen Stress auslösen können. Die Psychologie zeigt jedoch, dass man durch den Wechsel von der passiven Sorgen- in eine aktive Handlungsrolle die Kontrolle über die eigene Situation zurückgewin

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